Freitag, 28. Juli 2017

★ Sumerland : Prinzessin Serisada ★ Johannes Ulbricht ★


Autor: Johannes Ulbricht
Seiten: 400
Verlag: Panini Verlag
Formate: eBook und Taschenbuch

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Vorab
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Wow.. was für ein Buch! Ich weiß noch immer nicht so ganz was ich dazu schreiben soll. Zum einen weil die Idee einfach nur groß ist, und das meine ich wortwörtlich so, zum anderen aber, weil doch ein paar Kritikpunkte waren.
Aber lest selbst:

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Klappentext
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Wo Realität, Spiel und Fiktion sich vermischen, liegt irgendwo Sumerland. Im Olympiapark München können Besucher mithilfe einer App magische Symbole aufspüren, die an verschiedenen Orten im Parkgelände versteckt sind. Die Geschichte – und damit der Roman – zu diesem Rätsel handelt von einer fantastischen Wirklichkeit, die hinter der Illusion unserer Alltagswelt verborgen liegt. In "Wahrheit" irren wir alle in einer babylonischen Turmstadt umher, gelenkt von einem Zentralcomputer, der uns in einer Scheinwelt gefangen hält.
(Quelle: paninishop.de)

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Cover & innere Gestaltung
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Dieses Buch war auf jeden Fall Liebe auf den ersten Blick. Zum einen, einfach weil es so aussieht wie es ist und zum anderen, weil der babylonische Turm abgebildet ist und mich alles darum schon immer absolut fasziniert hat. 

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Meinung
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Der Anfang ist schon recht verwirrend. Dort erzählt uns eine namenslose Frau ihren Alltag zwischen der "Wirklichkeit" und der Wirklichkeit, sowie von einem ominösen Andi, mit dem sie die ganze Zeit spricht, ohne das es ihn gibt. Oder vielleicht ja doch, aber man weiß es eine ganze Weile nicht.
Es wirkt als ob man mitten in der Geschichte ist und man einfach nur verpasst hat den Anfang zu lesen. Es ist ein komisches Gefühl und es hat auch noch eine ganze Weile angehalte. 
Ich muss gestehen die Geschichte um Prinz Zazamael und Prinzessin Serisada finde unglaublich gut und gelungen, wohingegen der Teil mit der Frau und ihrem Andi.. nun ja, es ist irgendwie verwirrend, nicht so klar greifbar und einfach komisch, bis hin zu nervig, denn ich konnte schon nach kurzer Zeit nichts mehr von diesem Andi hören.. Auch war ich bei diesen Teilen emotional immer weiter weg, als bei dem vom Prinzen und der Prinzessin. Diese beiden könnte mich absolut fesseln, in ihren Bann schlagen und begeistern. 

Ganz davon abgesehen ist der Schreibstil bzw. so wie erzählt wird recht wirr. Es folgt schon einer Linie, ist einheitlich, aber dennoch wirkt es als ob es kurze Momentaufnahmen sind, die aneinandergereiht wurden. Auch folgt die Art und Weise nicht den üblichen Erzählgewohnheiten eines Romans, es ist anders. Es fühlte sich ungefähr so an: An sich wird uns alles von dieser Frau erzählt. Zum einen ihre Geschichte und wenn sie über die Wirklichkeit redet, wird sie zur Erzählerin darüber. Aber egal bei welchem Teil fühlt es sich so an als ob irgendjemand erzählt und den Leser dabei auf Distanz hält. Es wird schon lebendig und nachvollziehbar erzählt, aber auf der anderen Seite so, dass man sich nicht dabei fühlt. Sondern so, dass man wirklich nur Beobachter ist und das aus reichlich Entfernung. 

Aber als dann endlich Prinzessin Serisada die Bühne betreten wird es auf einmal spannender und vor allem auch zusammenhängender. So richtig weiß man auch nach einer Weile noch nicht Bescheid, doch das ist ab einem gewissen Punkt nicht mehr so schlimm, da man nun wenigstens das Gefühl hat, dass es einen Sinn hinter all dem gibt.
Allgemein haben mir die Teile der Geschichte, in der wir uns in der Wirklichkeit befinden, wesentlich besser gefallen. Die Wirklichkeit ist hier das Geschehen hinter unserer Welt, die wir für die "Wirklichkeit" halten, die es aber nicht ist. Das klingt jetzt vielleicht etwas wirr, aber das ist etwas was man recht schnell versteht. Man weiß noch nicht alles, aber im Verlauf der Geschichte erfährt man immer neue Einzelheiten und es ist einfach nur der Wahnsinn! 
Diese Idee ist einfach nur riesig und unfassbar unglaublich. Und ja, diese Superlative hat das Sumerland auf jeden Fall mehr als verdient. Doch leider wurde an so einigen Stellen viele Sympathiepunkte verschenkt.

Noch kurz zur Wirklichkeit, dass ihr an der Stelle noch einen besseren Einblick erhaltet:
Die wirkliche Wirklichkeit ist ein ganz anderes Konstrukt als wir es kennen. Der Prinz hat nach und nach alle unsere Epochen in einem Turm auf einander gebaut (und ja, der Prinz ist sehr sehr alt). Ganz unten sind die alten, nahezu vergessenen Epochen und ganz oben wartet die strahlende Zukunft. Doch nicht nur das unsere Welt, wie wir sie kennen, in einen Turm verfrachtet ist und wir das Unwirkliche sind. Nein, die Gesellschaft um den Prinzen herum ist auch ganz anders. Sie leben anders, was man untere anderem daran merkt, dass sie nicht zwischen Kind und Erwachsenen oder Arbeit und Freizeit unterscheiden - dies fließt alles in einander. Oder die Weltbevölkerung ist wesentlich geringer in der Anzahl und diese wird den Menschen in der "Wirklichkeit" nur vorgespielt. Denn nicht alle in die in der Turmstadt leben wissen das und erleben es, sondern manche sind in unserer Zeit gefangen und bekommen von diesem wirren Treiben nichts mit. 

Übrigens gibt's ein Spiel zum Buch. Obwohl es heißt ein Buch zum Spiel. Doch das Spiel ist leider recht enttäuschend. Auch hier muss ich sagen: Die Idee ist gut gedacht, man kann durch den Schleier unserer "Wirklichkeit" in die wahre Wirklichkeit schauen. Doch dies geht zum einen an nur wenigen Orten in Deutschland (wobei man die Markierungen dafür auch aus dem Buch fotografieren kann un das somit nicht der Punkt ist), aber dann kommen nur ein paar wenige Rätsel die für mich kein richtiges Spiel ausmachen und ohne das Buch für mich ohne Sinn wären und mich nicht hätten in diese tolle Welt entführen können. 
Dafür bekommt man hier dann einige zusätzliche Bilder zu sehen, die die Welt unglaublich gut einfangen - dafür lohnt sich ein Blick in die kostenlose App also schon.

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Kurzum
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Würde es rein nach der Story gehen, wäre dieses Buch mein absolutes Lieblingsbuch, doch leider ist der Schreibstil dafür nicht gut genug. Es ist alles etwas zu wirr (obwohl ich es im Normalfall mag, wenn man eine Weile brauch, um die Dinge zu durchschauen) und den Storybogen der "Wirklichkeit" mochte ich auch nicht so gerne. Auch wenn er notwendig war um den Rest zu verstehen.
Eine grandiose Story also, die an anderen Stellen aber viel Potenzial verschenkt hat.

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Wem würde ich es empfehlen
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Puh.. Womöglich Fans der High Fantasy, vor allem wenn es auch mal etwas technischer und moderner sein darf. Allgemein vielleicht Lesern, die etwas Besonderes suchen. Aber hier muss man einfach schauen ob es einem zusagt oder nicht.

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Bewertung
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★★★☆☆
An sich würde ich nur 2,5 Sterne vergeben, aber da ich die Idee der Geschichte so phänomenal fand gibt es doch 3 Sterne.

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Dankeschön
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Herzlichen Danke an die Agentur LOM (Literatur Online Marketing) für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.


Herzlichst,
eure Franzy

Kommentare:

  1. Hallo:)
    ich bin soeben auf Deinen Blog gestoßen und lasse Dir direkt mal ein Abo da :)
    Das Buch kenne ich doch ich bin ehrlich: Mir ist es ein bisschen zu kompliziert geschrieben, daher habe ich mich nicht mehr mit dem Titel befasst.
    Vielleicht hast Du auch mal Lust bei mir vorbei zu schauen?
    http://www.printbalance.blogspot.de
    ich würde mich sehr darüber freuen!!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Huhu liebe Franzy!

    Von diesem Buch habe ich noch gar nichts gehört, klingt aber wirklich interessant. Schade, dass es trotz des genialen Plotts einige Schwächen aufweist. Ich werde es mir trotzdem gerne vermerken und mal in die Leseprobe schnuppern. :) Vielen Dank fürs Vorstellen!

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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